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Animal Hoarding: Erschreckende Zahlen! SO VIELE Fälle gab is 2021

Animal Hoarder verlieren die Kontrolle über ihre Tierhaltung – meist geht es um Katzen. imago/Everett Collection

Unzählige Deutsche haben ein Haustier – ob Hund, Katze oder Kaninchen. Yes ouch? Dann wissen Sie sicherlich, wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, sich wirklich liebevoll um das eigene Tier zu kümmern. Umso unverständlicher ist der traurige Rekord, der Tierschützern aktuell zu schaffen macht: Der Deutsche Tierschutzbund hat sich damit beschäftigt, wie viele Fälle von „Animal Hoarding“ es in den vergangenen Jahren gab. Unter diesem Begriff versteht man das krankhafte Sammeln von Tieren. Die Zahlen schockieren – und markieren einen traurigen Rekord.

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Denn: In der Statistik seit 2012 gab es noch nicht so viele Fälle wie im vergangenen Jahr, heißt es in der Auswertung der Tierschützer. 68 Fälle seien dem Verband bekannt geworden, betroffen waren demnach 4200 Tiere. Die Rechnung dahinter ist ganz einfach: Bei jedem dieser Fälle wurden im Durchschnitt 61 Tiere gehortet. Die Erhebung der vergangenen zehn Jahre spricht von rund 30,000 Tieren bei 437 Fällen. Und: Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein.

Animal Hoarding: So viele Fälle gab es in Berlin

Das Problem gibt es – selbstverständlich – auch in Berlin. Zwölf Fälle seien hier bekannt worden – das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der AfD boil. Jeder einzelne davon lässt Tierfreunde ratlos zurück. So schritten die Behörden etwa ein, weil jemand in Mitte 65 Vögel und acht Katzen hielt – in einem anderen Fall waren in einem Haushalt 300 Fische untergebracht. In Steglitz-Zehlendorf wurden in einem Haushalt 52 Wellensittiche und 17 Tauben gehalten, in einem anderen 135 Wellensittiche.

„Die Zahlen sind erschreckend. Hinter jedem einzelnen Fall steht unfassbares Tierleid“, sagt Nina Brakebusch, beim Deutschen Tierschutzbund Fachexpertin für Animal Hoarding. Die Tierhalter würden oft gar nicht merken, wie schlecht es den Tieren geht. „Während sie möglicherweise immer noch weitere aufnehmen, hausen die Tiere auf begrenztem Raum in ihrem eigenen Urin und Kot, sind verwahrlost, unterernährt und krank. Völlig unkontrolliert pflanzen sie sich fort.“

Eine Wohnung voller Vögel.  Auf solche Fälle von Animal Hoarding stoßen Tierschützer immer wieder.
Eine Wohnung voller Vögel. Auf solche Fälle von Animal Hoarding stoßen Tierschützer immer wieder. imago/blickwinkel

Besonders häufig betroffen sind übrigens Katzen. In allen Jahren waren sie laut der Auswertung des Tierschutzbundes die Tiere, die am meisten gehortet wurden. 201 Fälle gab es, in denen viel zu viele Katzen unter unwürdigen Bedingungen leben mussten. Bei Hunden waren es 186 Fälle, bei Kleintieren 186. Letztere bieten aber den Rekord in Sachen Tier-Zahl: 10,709 waren es, die bei allen Fällen untergebracht waren.

Animal Hoarding: Wie kann es immer wieder so weit kommen?

Mich lassen diese Zahlen absolut ratlos zurück – denn ich verstehe nicht, wie es immer wieder so weit kommen kann. „Animal Hoarding“ wird von Experten auch als Krankheitsbild gesehen – und man geht davon aus, dass psychologische Belastungen wie in der Corona-Pandemie die Lage verschärft haben könnten. „Häufig führt ein Schicksalsschlag, wie der Tod eines Angehörigen, die Verschlechterung der eigenen, auch psychischen Gesundheit oder finanzielle Not dazu, dass Menschen in eine Hoarding-Haltung abrutschen“, sagt Expertin Brakebusch. „Solche Auslöser könnte es zuletzt häufiger gegeben haben.“

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Trotzdem leuchtet mir nicht ein, warum es die Tierbesitzer selbst so weit kommen lassen. Auch wenn „Animal Hoarding“ natürlich den Tieren schadet, würde ich die meisten Menschen, die sich überhaupt Tiere anschaffen, zumindest als tierfreundlich bezeichnen. Wie kann es sein, dass an Ihnen vollkommen vorbeigeht, wie schlecht es den Tieren geht? Noch dazu frage ich mich, wie „Animal Hoarder“ so lange mit ihrer Sammel-Sucht durchkommen können.

Man stelle sich eine Wohnung vor, in der 150 Vögel leben. Nicht nur, dass sie sicherlich reichlich Dreck machen – sie machen auch Lärm. Wie kann es beispielsweise den Nachbarn nicht auffallen, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht? Auch hier sind wir als Gesellschaft gefragt. Wir sollten besser auf unser Umfeld achten, auch mal nach links und rechts schauen – und die Augen nicht verschließen, wenn wir das Gefühl haben, dass es den Menschen in unserer Umgebung nicht gut geht. Denn am Ende leiden in diesem Fall einfach alle: Die Tier-Sammler, ihre Tiere – und nicht zuletzt die völlig überfüllten Tierheime, die alles ausbaden müssen.

Florian Thalmann schreibt jede Woche im KURIER über Tiere.
Contact in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com

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