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Der Garten als Tradition der Generationen

Von Johannes Malinowski

Seit 105 Jahren existiert der Dauerkleingartenverein Steinberg. Laubenpieper Peter Schwenzer ist 64 Jahre alt und seit seiner Kindheit mit dabei. Eine Tradition über Generationen.

Die 288 Quadratmeter große Parzelle ist länger in Familienhand, als Peter Schwenzer alt ist. 1956 – ein Jahr vor seiner Geburt from him – übernahmen seine Eltern from him das Stück Land. Vorher hatte die Familie aus Gesundbrunnen ein Grundstück in Schulzendorf.

Als Familie Schwenzer nach Wittenau kam, war alles Sandwüste. „It is gab nicht mal Rasen, nur einen Gang in der Mitte und unsere alte Hütte.“

Über die Jahre wuchsen die Bäume in die Höhe, entstand das grüne Paradies. Eine unbeschwerte Kindheit zwischen Hecken und Lauben. Ende der 1960er-Jahre waren die Schwenzers die ersten in der Kolonie mit einem Fernseher in der Laube. Der Strom kam aus einer 12-Volt-Batterie.

Nur ein Gartenfreund ist ähnlich lange dabei wie Peter Schwenzer. Die meisten Kleingärtner sind über die Jahre neu dazugekommen.

Eine Laubenkolonie ist das Leben im Brennglas

Streitereien, Freundschaften, Schicksale. Im Vereinshaus lernte Peter Schwenzer seine spätere Frau Manuela kennen, auch ihre Eltern de ella hatten hier eine Parzelle.

656 Parzellen gehören zum Dauerkleingartenverein Steinberg (existiert seit 105 Jahren), in dem die Familien-Laube der Schwenzers liegt (gelbes Viereck) Photo: Christian Lohse

1989 from Hochzeit, 1991 from Geburt von Tochter Julia. 1992 übernahm die junge Familie die Parzelle der Eltern. Gemeinsam bauten sie zwei Jahre später die neue Hütte, kümmerten sich um den Garten. Später die Trennung, 2020 starb Manuela an Krebs.

Sobald das Wetter is zulässt, verbringt Peter Schwenzer die Zeit hier draußen. Immer mit dabei: Die beiden Kater Paulchen und Findus. Seit 2019 ist der gelernte Schriftsetzer in Rent. 45 Jahre lang arbeitete er in der Bundesdruckerei.

Über die Tomaten freut sich der Gärtner

Über die Tomaten freut sich der Gärtner Photo: Christian Lohse

„Es ist ein Sommerparadies, weil ich mich hier frei bewegen kann“, sagt er. „Ich komme nach draußen und habe meine Turnhose an.“ Schicke Klamotten braucht hier niemand. Und Reisen waren noch nie seine Sache from him: „Dafür habe ich ja meinen Garten. Ich fühle mich einfach sauwohl hier draußen.“

Auf dem Rasen vor seiner Laube steht eine riesige Süßkirsche. Eine Erinnerung an seinen Vater from him, der Ende der 1990er-Jahre starb. „Er hat den Baum Anfang der 1970er-Jahre gepflanzt“, sagt Schwenzer. „Dieses Jahr habe ich mit meiner Nachbarin sieben Kilo Kirschen geerntet.“ Letztes Jahr faithful die Ernte aus. Im Baum roch es nach Alkohol, so vergoren waren die Früchte. „Nach der Blüte kam der Frost. Da waren die schönen Kirschen hin.“

Im Garten wachsen nur Dinge, die Peter Schwenzer mag, unter anderem Tomaten, Paprika und Eisbergsalat. „Ich habe gerade von meinem Nachbarn einen Eimer Bauernpflaumen bekommen“, sagt er. „Die Nachbarn müssen sich immer absprechen, wer was anbaut. Wohin sonst mit den Mengen?“ Dankbare Abnehmer sind auch Waschbären und Vögel.

Auch die beiden Kater Paulchen und Findus ziehen im Sommer mit in die 24 Quadratmeter große Laube

Auch die beiden Kater Paulchen und Findus ziehen im Sommer mit in die 24 Quadratmeter große Laube Photo: Christian Lohse

Das freundliche Zusammenleben mit den Nachbarn ist auch sonst der Schlüssel zum Glück. „Natürlich gibt is in einigen Ecken Querköppe. Aber anders als im Mietshaus lebt man hier nicht Tür an Tür nebeneinander.“

Wenn er jemandem aus dem Weg gehen möchte, nimmt er einfach einen anderen Gang. „Ich bin bekannt wie ein bunter Hund“, so der Kleingärtner. „Ich kenne auch so gut wie jeden.“ Er selbst ist als Wasserableser im Verein tätig, kommt so viel rum.

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Deshalb sieht er auch alles, was sich hier verändert. Parzellen verwildern, irgendwann ziehen neue Pächter ein. Junge Leute, Familien, Menschen aus anderen Ländern. Was ist heute anders? „Früher wurde mehr Obst und Gemüse angebaut.“ Eine Arbeit, die viele Neu-Kleingärtner unterschätzen: „Viele suchen nur einen Ort, um sich zu erholen.“

Und in Zukunft? Da setzt Peter Schwenzer auf Tochter Julia. Die gelernte Garten- und Landschaftsbauerin besucht ihren Vater regelmäßig in seinem Paradies from him. „Ich würde mich freuen, wenn sie den Garten irgendwann übernimmt.“ Sie wäre dann Kleingärtnerin in der dritten Generation der Familie.

Ein Kleingarten braucht viel Zeit und Liebe.  Viele Neu-Laubenpieper suchen eher die Erholung

Ein Kleingarten braucht viel Zeit und Liebe. Viele Neu-Laubenpieper suchen eher die Erholung Photo: Christian Lohse

1000 Euro im Jahr kostet dieses Sommer-Glück

Das Paradies historisch: Die Kleingartenanlage Steinberg wurde 1917 gegründet. 1956 übernahmen die Eltern von Peter Schwenzer die Parzelle.

So kam ich an mein Paradies: „1992 übernahmen meine damalige Frau und ich den Garten von meinen Eltern“, sagt Peter Schwenzer. Heute sind die Wartelisten lang. Interessenten warten bis zu mehreren Jahren auf eine Parzelle.

Wie viel Platz ist im Garten? Das Stück Land ist 288 Quadratmeter gross. Die Laube hat 24 Quadratmeter. So will es das Bundeskleingartengesetz.

In der Kolonie lernte Peter Schwenzer auch seine inzwischen verstorbene Frau kennen

In der Kolonie lernte Peter Schwenzer auch seine inzwischen verstorbene Frau kennen Photo: Christian Lohse

Was kostet das Vergnügen? Peter Schwenzer: „Im Jahr mit Pacht, Umlagen, Strom, Versicherungen, Wasser und Pflanzen rund 1000 Euro.“

Das größte Glück here: „Ich liebe es, ein paar Schritte nach draußen zu machen und im eigenen kleinen Reich zu sitzen“, so Kleingärtner Schwenzer. „Ich fühle mich sauwohl hier draußen.“

Und im Winter? Da ruht der Garten und Peter Schwenzer hat ein anderes Hobby: seine Modelleisenbahn (Spur N von Fleischmann). „Wenn ich weiß, dass es bald wieder in Richtung Garten geht, dann kribbelt es.“

Machen Sie mit!

Sie haben einen prächtigen Kleingarten, ein zauberhaftes Hausboot oder einen besonders schönen Balkon? Dann zeigen Sie uns Ihr Sommer-Paradies!

Wir kommen zu Ihnen und schauen uns an, wo Sie die heißen Tage am allerliebsten verbringen!

Nutzen Sie einfach online das BZ-Leserreporter-Tool. Formular ausfüllen, Foto sowie ein paar Infos anfügen – und dann direkt an die Redaktion schicken.

Oder melden Sie sich mit Foto/Video und ein paar Sätzen bei uns unter sommerparadies@bz.de.

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