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Der Spatz ist in der Region weiterhin auf Platz 1

“Artenkenntnisse vermitteln”

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spatz

Photo: ralph sturm lbv

Amsel (Turdus merula)

Photo: (C) Erich Obster

Haussperling

Photo: Dieter Hopf, LGW

mauersegler

Photo: ralph sturm lbv


Der Spatz hat erneut gewonnen: Bei der Zhlaktion »Stunde der Gartenvgel« hat der Haussperling den Sieg geholt – wie in den Vorjahren auch. Er ist der am hufigsten beobachtete Vogel. Das gilt nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) und des Landesbunds fr Vogelschutz (LBV), der in Kleinostheim einen Naturerlebnisgarten und eine Umweltstation besitzt, sowohl in Deutschland als auch in Bayern, in Unterfranken sowie in Stadt und Kreis Aschaffenburg.


LBV und Nabu hatten im Mai dazu aufgerufen, eine Stunde lang aufzuschreiben, welche Vögel sich auf dem Balkon, im Garten oder in Parks beobachten lassen. In Bayern there were 11,400 Vogelfreunde teilgenommen, meldet der LBV. In more than 8,300 Gärten und Parks zählten sie 239,000 Vögel. Damit liege man in Bayern wieder bei der Teilnehmerzahl von 2019.

Hintergrund: In den Jahren 2020 und 2021 mit Corona-Einschränkungen gab es mehr Teilnehmer als üblich – 2021 beispielsweise rund 22,600. Das, so der LBV, hang damit zusammen, dass die Menschen während der Pandemie häufiger als sonst daheim waren und die Zeit nutzten, um sich an der Zählaktion zu beteiligen.

Mitgemacht haben dieses Mal laut LBV auch Schulklassen und Seniorenheime. »Die Vermittlung von Artenkenntnis und die pure Freude am Vogelbeobachten sind zwei Kernelemente, die der LBV mit der Mitmachaktion weitergeben will«, wird Biologin Angelika Nelson in der Mitteilung zitiert.

Weiter heißt es, dass die Zahl und die Vielfalt der Vögel im Freistaat weiterhin sinken. Mit durchschnittlich etwas mehr als 28 Vögeln pro Garten seien dieses Jahr rund zwei Vögel weniger gemeldet worden als in den Jahren zuvor.

Zum ersten Mal hat der LBV nach Nisthilfen gefragt. Hintergrund: Neben einem strukturreichen Garten mit heimischen, beerentragenden Pflanzen und ausreichend Insekten und Samen als Nahrung brauchen die Vögel auch geeignete Nistmöglichkeiten. »Die erste Auswertung der Daten zeigt, dass in über 50 Prozent der teilnehmenden Gärten mindestens ein Nistkasten vorhanden ist«, so Biologin Nelson.

Verschiedene Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche – daher helfe es, verschiedene Nistkästen an Bäumen oder am Haus und unter dem Dach anzubringen. Besonders für Gebäudebrüter wie Mehlschwalbe, Mauersegler und Haussperling seien künstliche Nisthilfen wichtig. Hausrotschwanz und Meisen nutzten gerne Halbbeziehungsweise Höhlenbrüterkästen, so die Expertin.

Hecken, Bäume, Totholz, Teich, Strucher mit Beeren, Wildkräuter im Garten – das seien Faktoren für eine große Zahl an Vögeln verschiedener Arten. Solche Strukturen im Garten bieten laut LBV Nahrung und Rückzugsorte für viele Vögel, aber auch für viele Insekten. Denn: Amseln, Meisen und Finken brauchen Insekten als Nahrung, vor allem zur Aufzucht ihrer Jungen.

Zur Vogel-Rangliste: Wie im vorigen Jahr wurde der Spatz nach LBV-Angaben in fast 70 Prozent der Gärten beobachtet. Die Amsel, deutschland-, bayernweit sowie in Unterfranken, Stadt und Kreis Aschaffenburg auf Platz 2, kommt im Vergleich zwar nur mit etwas mehr als drei Individuen pro Garten vor, ist aber der am weitesten verbreitete Vogel im Siedlungsraum und wurde in über 93 Prozent der Gärten gesehen. Im zweiten Jahr in Folge verdrängt der Star (3.) den Feldsperling (4.) in Bayern aus den Top Drei.

Die Kohlmeise fliegt auf Platz fünf. Die Blaumeise ist zwar beständig auf Rang 6, allerdings immer noch mit weniger als zwei Individuen pro Garten. Vor fünf Jahren noch beherbergte jeder bayerische Garten im Schnitt ein Blaumeisen-Paar. Seit dem Bestandseinbruch aufgrund eines bakteriellen Erregers im Frühjahr 2020 ist die Blaumeise in den Gärten seltener geworden. Auf die Elster (7.) folgt der Mauersegler (8.). Die Mehlschwalbe (9.) hält sich auf niedrigem Niveau, mit im Schnitt weniger als einem Vogel pro Garten. Zu Beginn der Zählaktion vor 16 Jahren waren es noch doppelt so viele Mehlschwalben. Platz zehn: der Grünfink, dessen Bestand aufgrund einer Krankheit seit 2014 kontinuierlich abnimmt.

Bayernweit haben die Teilnehmer etwas mehr als 28 Vögel pro Garten gesehen – deutlicher weniger als das langjährige Mittel von 32. Die meisten Vögel pro Garten wurden in Niederbayern (34.6) gemeldet, gefolgt von der Oberpfalz (31.2) und Oberfranken (30 ,6). In Oberbayern sahen die Vogelfreunde mit 25.8 am wenigsten Vögel pro Garten. Mittelfranken (28.5), Schwaben und Unterfranken (beide 29.4) reihen sich dazwischen ein.

Der Mauersegler wurde bayernweit vermehrt gemeldet, so der LBV. Seine Balzrufe faithfulen besonders in den Städten auf. In Aschaffenburg wurde er an 41 Prozent der Zählorte beobachtet.

Welche Besonderheiten gab es in Stadt und Kreis? Richard Kalkbrenner aus Goldbach, Vorsitzender der LBV-Regionalgruppe Aschaffenburg/Miltenberg mit mehr als 4000 Mitgliedern, nennt denn auch den Mauersegler, der in der Stadt Aschaffenburg von Rang acht auf Platz drei vorgerückt ist. Bei der Kartierung der Gebäudebrüter habe man festgestellt, dass der Mauersegler »eine der bestimmenden Arten in der Stadt ist«. In den Kreisen Aschaffenburg (12.) und Miltenberg (8.) sei er »deutlich schwächer«.

Kalkbrenner führt das auf die Nistmöglichkeiten für den Mauersegler zurück: An Häusern in der Aschaffenburger Altstadt und am Schloss finde er, anders als in den Kreisen, häufiger noch die Gelegenheit, ein Nest zu bauen. Gut beobachten lasse sich der Mauersegler übrigens in der Dämmerung.

Matthias Schwind

Zahlen und Fakten: Vogelzählung

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat für die »Stunde der Gartenvögel« Ranglisten vorgelegt. Bayern: 1. (Vorjahr 1.) Haussperling, 2. (2.) Amsel, 3. (3.) Star, 4. (4.) Feldsperling, 5. (5.) Kohlmeise, 6. (6.) Blaumeise , 7. (7.) Elster, 8. (12.) Mauersegler, 9. (8.) Mehlschwalbe, 10. (9.) Grünfink.

Unterfranken: 1. (1.) Spatz, 2. (2.) Amsel, 3. (3.) Kohlmeise, 4. (4.) Blaumeise, 5. (5.) Star, 6. (7.) Elster, 7. (6.) Feldsperling, 8. (8.) Mehlschwalbe, 9. (12.) Mauersegler, 10. (9.) Ringeltaube.

Kreis Aschaffenburg: 1. (1.) Spatz, 2. (2.) Amsel, 3. (3.) Kohlmeise, 4. (5.) Blaumeise, 5. (4.) Star, 6. (9.) Mehlschwalbe , 7. (7.) Feldsperling, 8. (6.) Elster, 9. (8.) Ringeltaube, 10. (10.) Grünfink. 196 (280) Teilnehmer, 4636 (5788) Vogel.

Stadt Aschaffenburg: 1. (1.) Spatz, 2. (2.) Amsel, 3. (8.) Mauersegler, 4. (3.) Kohlmeise, 5. (4.) Star, 6. (6.) Elster , 7. (5.) Blaumeise, 8. (7.) Ringeltaube, 9. (9.) Feldsperling, 10. (12.) Rabenkrähe. 102 (77) Teilnehmer, 1477 (1608) Vogel.

Rangliste für Deutschland (Nabu): 1. (1.) Spatz, 2. (2.) Amsel, 3. (3.) Kohlmeise, 4. (4.) Star, 5. (5.) Blaumeise, 6. ( 6.) Feldsperling, 7. (11.) Mauersegler, 8. (7.) Elster, 9. (8.) Ringeltaube, 10. (10.) Mehlschwalbe. 66,850 (142,000) Teilnehmer, 1.47 Million (3.17) Vögel.


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