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Ein halbes Jahr nach Horror-Verletzung – Happy End für Hauspferd Nasar – News Ausland

Gadesa (Spanien) – Ein halbes Jahr lang hatte sie um ihn gebangt, jetzt konnte er endlich aus dem Krankenhaus entlassen werden: Happy End für Hauspferd Nasar!

Kurz vor Weihnachten holte Dr. Stephanie Arndt ihren Wallach aus der Uni-Klinik Barcelona ab. Dort hatten die Pfleger ihn mit einer warmen Decke auf dem Rücken schon reisePFERDig gemacht. Wiehernd begrüßte er seine Besitzerin de ella, ließ sich von ihr dann zum Anhänger führen de ella, mit dem es auf die dreistündige Fahrt zur Finca nach Gadesa ging. Drin war der Boden dick mit Streu ausgepolstert und als Reiseproviant hatte Stephanie Arndt ein Netz mit frischem Heu aufgehängt.

Nur noch ein weißer Verband am rechten Hinterbein erinnert daran, dass sich Nasar im Sommer schwer verletzt hatte: Beim Galoppieren über die heimische Koppel war er in ein Erdloch getreten, hatte sich an einem Stahlrohr das Bein aufgerissen.

Bauarbeiter hatten es nach dem Verlegen von Wasserrohren einfach liegen lassen – nur notdürftig bedeckt. Als das Pferd darüber lief, sank es mit dem rechten Hinterlauf ein, riss sich den Unterschenkel an dem Rohr auf einer Länge von fast 80 Zentimetern auf.

Doch das war alles vergessen, als Nasar wieder zu Hause war: Freunde und Bekannte begrüßten ihn im weihnachtlich-geschmückten Haus.

Neugierig inspizierte der Wallach die Deko am Durchgang zu seiner Wohn-Box und stürzte sich dann auf die Begrüßungs-Leckerlis, die Stephanie Arndt für ihn auf einem roten Schlitten drapiert hattet: Äpfel, Möhren – und Spekulatius: „Die futtert er besonders gern – und die waren ruckzuck weggeputzt“, sagt sie im Gespräch mit BILD.

Auch auf dem Grundstück schaute sich Nasar ausgiebig um, machte sich gleich über das Gras her und galoppierte eine Runde. „Es war wunderbares sonniges Wetter und er schien es richtig zu genießen, wieder zu Hause zu sein.“

Lange Behandlung in der Klinik

Was für ein Unterschied zu den langen Monaten im Krankenhaus, wo Nasar anfangs nur in seiner Box stehen konnte: „Hinlegen ging nicht, er wäre mit dem instabilen Bein nicht wieder hochgekommen“, sagt Stephanie Arndt.

Nasar hatte Glück im Unglück, sagt sie: Die Hauptsehne am Schienbein war intact, ebenso der Knochen. Ein Bruch wäre sein Todesurteil gewesen.

Nasar bekam einen dicken Verband, der täglich gewechselt wurde. Die größte Gefahr war anfangs eine Infektion – doch es ging alles glatt.

An einen Transport in eine norddeutsche Klinik war, anders als zunächst geplant, nicht zu denken: Die etwa einwöchige Fahrt wäre zu anstrengend für Nasar gewesen. Und so blieb er in Barcelona, ​​wo die Ärzte und Pfleger ihn aufpäppelten.

„Sein Tagesprogramm begann morgens früh um 6.30 mit Medizin-Checks (Blutdruck, Puls), Kontrolle der Wunde und Elektro-Akupunktur“, berichtet Stephanie Arndt.

Mehrmals in der Woche besuchte Stephanie Arndt ihr Pferd, übernachtete in seiner Box – „auf ausdrücklichen Wunsch der Ärzte“, sagt sie. „War ich weg, knabberte er mit seinen Zähnen die Betonwand an, fügte sich selbst Bisswunden zu – in der Medizin nennt man das psychopathologisches Verhalten. Wenn ich da war, hörte er damit schlagartig auf“, berichtet Arndt, selbst ausgebildete Ärztin.

Um die Muskulatur an Bauch und Rücken, die sich durch den Bewegungsmangel zurückgebildet hatte, wieder aufzubauen, absolve Nasar Krankengymnastik: Dabei bewegte eine Mitarbeiterin einen Ball oder eine Möhre hin und her und der Wallach versuchte danach zu schnappen.

Auch auf der Wiese am Klinikgelände durfte Nasar schließlich wieder erste vorsichtige Schritte machen.

Die Mühe und die liebevolle Pflege der Klinikmitarbeiter haben sich gelohnt: Nach und nach bildete sich am verletzten Bein neues Gewebe, die Wunde wuchs langsam zu. Nachdem eine erste Hauttransplantation fehl schlug, brachte ein weiterer Versuch mit 153 Hautstücken aus dem Bauchbereich den gewünschten Erfolg, sagt Stephanie Arndt. „Es dauerte Wochen, dann endlich spross das erste Haar.“ Inzwischen, so Arndt, ist ein großer Teil der Wunde von weichem Flaum überzogen.

„Dass er sich wieder so gut erholt hat, grenzt an ein Wunder. Ich bin den Mitarbeitern so dankbar, dass sie das hinbekommen haben. Ich war ja fast verrückt vor Sorge um ihn.“

Die kommenden Wochen und Monate wird sie Nasar nun selbst versorgen: „Den schützenden Verband muss Nasar bis zu einem halben Jahr tragen“, sagt Stephanie Arndt. Auch einige Check-Ups in der Klinik sind vorgesehen. Im kommenden Frühjahr, so hofft sie, ella ist ella von der Wunde dann hoffentlich nicht mehr zu sehen.

Doch jetzt steht vor allem eines auf Nasars Programm: Verwöhnprogramm mit Wellness, Futtern und gaaaanz vielen Streicheleinheiten.

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