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Eine Ausstellung voll überwältigender Eindrücke – Bad Säckingen

Ein Vogel mit Gabel und Löffel als Füße, ein Fisch auf Stelzen: Der Maler Lukás Kándl führt in die Welt des Surrealismus.

. In eine illustre Gemälde-Galerie hat sich die Villa Berberich in Bad Säckingen verwandelt. Maler Lukás Kándl hat das Kulturhaus mit beeindruckenden großformatigen Ölbildern bestückt, die in Welten von Surrealismus und magischem Realismus führen.

Nahezu 80 Werke aus seinem reichen Schaffen zeigt der 78-jährige Künstler, der im französischen Burgund lebt, auf Einladung des Kunstvereins Hochrhein. Vorsitzender Frank van Veen nannte es bei der Vernissage eine Ehre, dass dieser Künstler von internationalem Renommee mit zahllosen Ausstellungen weltweit in Bad Säckingen ausstelle. Im Genre des Surrealismus würden die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verwischt, Traumhaftes, Visionen, Unterbewusstes treten in den Blickpunkt. So beschrieb van Veen in seiner Einführung diese Stilrichtung, die gegenwärtig in Schauen in Wien, Venedig und London groß rauskommt.

Im Eingangsraum fallen zwei Meter hohe Gemälde auf, in denen Kándl den Alten Meistern der Kunstgeschichte seine Reverenz erweist. So tauchen in den Bildern Motive berühmter Maler auf, ein Frauenakt von Lucas Cranach, die aus Gemüse und Früchten bestehenden Köpfe von Arcimboldo, die Mona Lisa von Leonardo da Vinci, eine Figur von Goya und andere Zitate. Kándl kopiert diese aber nicht, sondern interpretiert sie neu, kombiniert sie mit eigenen Figuren, Frauengestalten und Bildwelten. Neben dieser Hommage an die frühen Meister hängt im Entree ein fantastisches Porträt von Chansonlegende Edith Piaf, deren Gesicht und Hände aus dem Dunkel heraus leuchten, umgeben von Perlentropfen.

Ein Schwerpunkt der Schau liegt auf surrealen Tiergestalten und Bildern, die von Fabeln des französischen Schriftstellers Jean de La Fontaine aus dem 17. Jahrhundert inspiriert sind. Ein Pferd inmitten von durchsichtigen Seifenblasen, ein Vogel auf Füßen aus Gabel und Löffel, ein Fisch auf Stelzen, ein Nashorn, aus dessen Rücken Blumen wachsen, gehören zu diesen Tiersujets voller Symbolik, Mystik und Poesie. Auch Fabelwesen wie Einhörner sind in Werken Kándls zu entdecken, so in einem Rundgemälde, in dem die Einhörner wie in einem Rondell in Sternform angeordnet sind.

Eine Fülle an vieldeutigen und rätselhaften Motiven wartet auf die Besucher. Es lohnt sich, diese geheimnisvollen Bilder auf sich wirken zu lassen. In einem Bild erscheint ein Cello im Instrumentenkoffer wie ein weiblicher Körper mit Vogelkopf. Auch eine Huldigung an den exzentrischen Salvador Dali taucht in Kándls in altmeisterlicher Technik und suggestiven, warm leuchtenden Farben gemalten Bildern auf, einmal als Porträt, aber auch durch die zerfließenden weichen Uhren, verbunden mit Dollarzeichen, Zahlen und anderen Symbolen.

In einem Raum geht es um Fabelgeschichten über “Frauen und deren Geheimnisse”. Eine verführerische Tänzerin versinnbildlicht das Glück, dem ein Mann hinterher läuft. In einem anderen Bild reißen eine jüngere und eine ältere Geliebte dem Mann die Haare aus, bis er eine Glatze hat.

Ein wahres Füllhorn an Fantasie sind Kándls Tiergemälde, die eine eigene Magie ausstrahlen. Eines der meisterlich in der Präzision und Detailgenauigkeit gemalten Bilder zeigt Tiere, die laut einer Fabel pestkrank sind und sich ihr Leben erzählen. Löwe, Bär, Wolf, Fuchs, Esel, Nashorn, Krokodil, ein Rabe auf einem Schafskopf tummeln sich in diesen Gemälden, die an die große Tradition von Tiermalern anknüpfen und die Fauna in eine einzigartige irreale Wunderwelt versetzt. Eine opulente Ausstellung voller überwältigender Eindrücke.

Lukas Kandl: Die Ausstellung in der Villa Berberich ist bis 9. Oktober samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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