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Heddesheimer Experte Kurt Klemm rät zu ganzjähriger Zufütterung – Garten als Paradies für Vögel und Insekten: Gefiederten Freunden unter die Fittiche greifen

Heddesheim/Region. Monokulturen, Pestizide und andere Giftstoffe, die Versiegelung der Böden und fehlende Blumenwiesen – all das macht den Insekten den Garaus. „Seit langer Zeit ist ein massives Insektensterben im Gange. Und wenn die Insekten sterben leiden auch andere Arten wie beispielsweise die Vögel“, weiß Kurt Klemm. Als „Ersatz-Papa“ für verwaiste Vogelkinder hat der Heddesheimer zwar gesundheitsbedingt aufgehört, aber Natur und Vogelwelt liegen ihm weiterhin am Herzen. Damit bleibt er zumindest beratend seinen naturnahen Interessen treu.

Auch wenn man kein Händchen oder das entsprechende Fachwissen für die Aufzucht verlassener Jungvögel hat, gibt es probate Mittel, die jeder tun kann, um unseren gefiederten Freunden wirksam unter die Fittiche zu greifen. Dazu zählt die ganzjährige Zufütterung. In entsprechenden Fachabteilungen gibt es zwischenzeitlich Sommerfutter, das der Jahreszeit angepasst ist. Von diesem Futter ernähren sich, laut Klemm, insbesondere die Altvögel, der Nachwuchs wird stets mit proteinreicher Insektennahrung aufgezogen, an der es aber massiv mangelt.
Oft wird beobachtet, wie sich Eltern an den Futterstellen stärken, um sich dann auf die Suche nach frischen Insekten und Raupen für die Jungvogel-Versorgung zu machen. Klar, dass bei dem Mangelangebot, insbesondere in der Brutzeit, nicht alle satt werden können. „Wer es für Alt und Jung unter den Gefiederten besonders gut meint, kann zudem ein leeres Aquarium oder Ähnliches mit Mehlwürmern aufstellen, aus dem sich die Vögel bedienen können.“, rät Klemm. Und insbesondere jetzt, bei dieser Sommerhitze, stets an eine saubere Vogeltränke denken. „Wenn keine Wasserstelle eingerichtet ist, müssen die Vögel oftmals weite Strecken fliegen, um ihren Durst zu löschen und das verbraucht eine Menge Energie“, weiß der Experte.
Gerade in der warmen Jahreszeit müsse auf Hygiene an der Futterstelle sowie an der Tränke besonders geachtet werden. Die Vögel leiden mitunter aber nicht nur an Wassermangel, die Hitze macht ihnen noch anderweitig zu schaffen. „Die Mauersegler beispielsweise verbringen nahezu ihr ganzes Leben in der Luft. „Zur Aufzucht der Jungen nisten sie häufig unter Ziegeln und Dachvorsprüngen und das wird bei den zwischenzeitlich bei uns herrschenden Temperaturen ganz schön unangenehm“, registriert der Vogelfreund und fügt an: „Die Gluthitze hält kein Vogel aus, deshalbucht de himmer der Nachuwuft Nest und sitzt dann hilflos am Boden.“ Um den elegant Fliegern eine klimatisch angenehmere Behausung zu schaffen, rät der Experte zum Anbringen künstlicher Nisthilfen an weniger sonnenexponierten Dachvorsprüngen des Hauses. Überhaupt sollte man darauf achten, dass Nistgelegenheiten nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind.
Ein Plätzchen im Grünen ist da eine gute Sache, gerade auch dann wenn der Nachwuchs ausfliegt und sich selbstständig auf Futtersuche macht. Gartenbesitzer haben dabei die Gelegenheit ganz naturnah zu helfen. Vogelgezwitscher ist die schönste Gartenmusik“, ist Kurt Klemm überzeugt. Zu jeder Jahreszeit könnten Hobbygärtner einiges tun, um den Vögeln mit einem natürlichen Nahrungsangebot den Tisch zu decken und die Insektenvielfalt zu fördern. Insbesondere der Nutzen von Brennnesseln und verschiedener Distelarten sei häufig verkannt worden. Viele Blumen haben nicht nur optisch etwas zu bieten, sie dien auch als „Insektenweide“.
Daher lohnt es sich, für einen bunt blühenden Garten zu sorgen. Aber Vorsicht: Nicht jede Blume ist auch eine insektenfreundliche Pflanze. „Ideal sind Blumen mit einfachen, ungefüllten Blüten und einer möglichst langen Blühdauer, so dass die Nützlinge über einen längeren Zeitraum versorgt sind“, rät der Experte. Dazu zählen beispielsweise Schafgarben mit ihren einladenden Blütendolden. Auch die pflegeleichte und anspruchslose Fetthenne ist wieder verstärkt in den Gärten zu finden. Immer eine gute Wahl ist ebenso der Lavendel. Er riecht gut und ist ein beliebter Landeplatz für Insekten.
„Ein wahrer Tausendsassa im Garten und bei Mensch und Insekt beliebt ist die Kapuzinerkresse mit ihren essbaren Blüten“, weiß Klemm. Im Kommen ist auch wieder die Kornblume. Früher sah man sie an fast jedem Feldrand stehen, doch heutzutage ist die einzigartige Feldblume selten geworden. Besonders Wildbienen werden durch den hohen Gehalt an Nektar im Blütenkelch angelockt. „Es ist wirklich eine gute Sache, wenn Gartenbesitzer der einst als „Ackerunkraut“ verschrienen Pflanze ein neues Zuhause geben“, bemerkt der Heddesheimer Naturfreund.
Für einen echten Hingucker in jedem Garten sorgt schließlich noch die Sonnenblume. Sie steht nicht nur bei Insekten hoch im Kurs, ihre Kerne sind bei Vögeln eine beliebte Nahrungsquelle und stellen ein willkommenes Gastmahl dar.
Übrigens: Nicht nur das Interesse an der Natur auch das an Gärten wächst – und wem Fauna und Flora am Herzen liegen, der findet damit sicher sein eigenes Tor zum Paradies. he has

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