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Oder: So sieht ein Fluss aus, in dem 100 Tonnen toter Fisch treiben

Panorama Fischsterben

So sieht ein Fluss aus, in dem 100 Tonnen toter Fisch treiben

„Wir wissen bis jetzt nicht, was die Vergiftung verursacht hat“

Tonnen toter Fische treiben durch die Oder und die Ursache dafür ist weiter unklar. Die polnische Regierung steht wegen der ungenügenden Informationspolitik in der Kritik. „Es wird die Natur im Oderbruch noch lange beschäftigen“, so Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

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Noch immer weiß niemand, was genau das massenhafte Fischsterben in der Oder ausgelöst hat. Klar ist nur, dass es sich um eine „fürchterliche Umweltkatastrophe“ handelt, wie das Bundesumweltministerium mitteilte. Bilder von den Aufräumarbeiten zeigen das tragische Ausmaß des Schadens.

von einer „fürchterlichen Umweltkatastrophe“ mit länderübergreifenden Auswirkungen spricht das Bundesumweltministerium, die Bundesregierung nennt es „vordringlich“, zeitnah die Ursache für das massive Fischsterben in der Oder zu ermitteln.

Zuerst berichteten Angler am vergangenen Dienstag, 9. August, über ein massives Fischsterben in der Oder. Anschließend warnte die Stadtverwaltung Frankfurt (Oder) am Mittwoch die Bevölkerung vor dem Kontakt mit dem Oderwasser und dem Verzehr von Fischen aus dem Fluss.

Am Donnerstag schaltete sich dann das Landeskriminalamt ein und nahm Wasserproben zur Ermittlung der Ursachen. Gleichzeitig warnten die Landkreise entlang der Oder nach und nach vor den Gefahren durch das Flusswasser. Schon deutlich früher war das ungewöhnliche Fischsterben in Polen aufgefallen – aber zunächst nicht an die deutsche Seite gemeldet worden: Polnische Behörden hatten nach Regierungsangaben schon Ende Juli erste Hinweise darauf, dass in dem Fluss massenweise verendete Fische treiben.

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Das Bundesumweltministerium spricht von einer „fürchterlichen Umweltkatastrophe“ mit länderübergreifenden Auswirkungen. „Das, was wir jetzt beobachten in der Oder, also das Fischsterben auf polnischer und auf deutscher Seite, ist aus unserer Sicht ein großes Ereignis. Also, es ist ein großer Schadensfall, der unbedingt aufgeklärt werden muss“, sagte Ministeriumssprecher Ulrich Schulte am Montag in Berlin. Der BUND-Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder auf bis zu 100 Tonnen.

Auch in Polen werden massenhaft tote Fische aus der Oder geholt, wie hier bei Krajnik Dolny an der Grenze zu Deutschland

Auch in Polen werden massenhaft tote Fische aus der Oder geholt, wie hier bei Krajnik Dolny an der Grenze zu Deutschland

Quelle: REUTERS

Quelle: dpa/Marcin Bielecki

Toter Fisch in der Oder bei Lebus in Brandenburg

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Quelle: REUTERS

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Umweltkatastrophe am Fluss Oder

Befürchtet wird, dass sich das Fischsterben ausbreiten könnte. In Mecklenburg-Vorpommern sind die zuständigen Behörden in Alarmbereitschaft. Im Fokus steht dabei vor allem das Stettiner Haff, ein inneres Küstengewässer, in das die Oder mündet und das mit der Ostsee verbunden ist.

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Bis zum Montagnachmittag waren nach offiziellen Angaben keine Auswirkungen im Nordosten bekannt. „Das ist die gute Nachricht“, sagte der Landrat von Vorpommern-Greifswald Michael Sack (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit würden Proben aus dem Haff zur Analyze entnommen, erklärte Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, am Montag. Indes wurden im Stettiner Haff auch Ölsperren eingerichtet, um eine größere Ausbreitung von möglichen Fischkadavern zu verhindern.

Polnische Einsatzkräfte sammeln toten Fisch auf

Polnische Einsatzkräfte sammeln toten Fisch auf

Quelle: REUTERS

Ein Schild auf der polnischen Seite der Oder warnt vor dem Betreten des Stegs

Ein Schild auf der polnischen Seite der Oder warnt vor dem Betreten des Stegs

Quelle: REUTERS

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) auf der Oder

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) auf der Oder

Quelle: dpa/Patrick Pleul

Aus Sicht des BUND ist die Katastrophe vergleichbar mit dem Sandoz-Unglück von 1986, als nach einem Brand bei der Chemiefirma in der Schweiz große Mengen verseuchten Löschwassers in den Rhein gelangten und ein großes Fischsterben verursachten. Damals sei aber – anders als heute – die Quelle der Verunreinigung bekannt gewesen, sagte BUND-Gewässerexperte Sascha Maier der Deutschen Presse-Agentur.

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Sowohl die Bundesregierung als auch das Land Brandenburg bekräftigten am Montag ihren Unmut über fehlende Informationen aus Polen. Angaben seien nur „kleckerweise“ oder „überhaupt nicht“ gekommen, kritisierte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bei einem Besuch in Lebus an der Oder, wo er sich ein Bild der Lage machen wollte. Der SPD-Politiker bekräftigte: „Wir wissen bis jetzt nicht, was genau diese Vergiftungserscheinungen bei den Fischen verursacht hat.“

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Erhöhte Quecksilber-Werte

Die polnische Seite sei dabei, in ihrem Zentrallabor nach 300 Stoffen zu fahnden, berichtete Landesumweltminister Axel Vogel (Grüne) vor Ort. Ausgeschlossen werden könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt, dass die Fische an Quecksilber serviciosen. Deutsche und polnische Seite arbeiteten nun intensiver zusammen als in der Vergangenheit. Von Dienstag an wollen Experten beider Länder tagen. Das Bundesumweltministerium nannte den Dienstag auch als mögliches Datum erster Untersuchungsergebnisse von Wasser und Fischen.

Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister von Brandenburg, gibt ein Interview zum Fischsterben

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Quelle: pa/dpa/Patrick Pleul

Schild, das vor dem Kontakt mit dem Wasser der Oder warnt

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Quelle: pa/dpa/Patrick Pleul

Auch Wasserschnecken und Muscheln sind in der Oder Gestorben

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Quelle: pa/dpa/Patrick Pleul

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