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Sind Katzen-Cafés wirklich tierfreundliche Einrichtungen?

Updated: 07.14.2022 – 21:42

PETA-Mitarbeiterin erklärt
Sind Katzen-Cafés wirklich tierfreundlich – oder nur für Menschen ein Vergnügen?


Photo: IMAGO / Scanpix

Katzen-Cafes boomen! Aber sind die Einrichtungen auch tierfreundlich oder nur für Menschen, die mit den Haustieren schmusen wollen, eine feine Sache?

Katzen-Cafés sind im Kommen: Immer mehr Menschen genießen es, mit den samtigen Haustieren zwischen Heißgetränk und Kuchen zu schmusen. Aber sind die Einrichtungen wirklich tierfreundlich? Eine PETA-Mitarbeiterin klärt auf.

Katzen-Cafes sind tierisch angesagt! Der Trend aus Japan will Menschen den Kontakt zu den Haustieren ermöglichen, die in ihrer Wohnung nicht die Möglichkeit dazu haben – oder es auch nicht rund um die Uhr wollen. Zunächst völlig legitim – und nachvollziehbar. Immerhin haben es Katzen in der Regel doch auch gut in einer solchen Einrichtung, können sich frei bewegen und werden versorgt. Auf der anderen Seite werden sie nicht gefragt, ob sie Lust auf Kuscheln oder lieber ihre Ruhe haben wollen. Und ist es wirklich tierfreundlich, wenn es in einem solchen Café mit mehreren Katzen und vielen Gästen zugeht wie im Taubenschlag?


PETA-Mitarbeiterin: So tierfreundlich sind Katzen-Cafés


Monic Moll ist Expertin für tierische Mitbewohner*innen bei der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland. Über das Tierwohl in Katzen-Cafés spricht die Tierschützerin mit BILD der FRAU.


BILD der FRAU: Was ist Ihrer Meinung nach das größte Problem der meisten Katzen-Cafés?

Monica Moll: Katzen-Cafés sind nicht immer zum Wohle der Katzen ausgerichtet. Oft werden die Tiere als Besuchermagneten missbraucht, was häufig mit großem Stress für die Katzen verbunden ist. In vielen Cafés gibt es für die Katzen keine ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten. Diese dienen zum einen dazu, dass sich die Katzen gegenseitig aus dem Weg gehen können, um so Konflikte zu vermeiden, und zum anderen, um sich auch von den Besucher*innen zurückziehen zu können.

Oft fehlt es auch an der passenden Einrichtung des Cafés, die den Bedürfnissen der Katzen angepasst sein sollte – dazu gehören beispielsweise Liege- und Klettermöglichkeiten, die nicht von Besucher*innen erreicht werden können. Die Katzen-Cafés können eine wunderbare Möglichkeit für heimatlose Katzen sein, sich in geschützten Räumen aufzuhalten und so auch Zugang zu medizinischer Versorgung zu bekommen. Vielen Katzen-Cafés geht es jedoch meistens nur um den kommerziellen Faktor. Sie kaufen viele Katzen, die besonders süß aussehen, aber durch ihre beispielsweise kurzen Köpfe zu den Qualzuchten gehören und somit ihr Leben lang leiden. Im Idealfall kommen die Katzen in den Cafés aus dem Tierheim oder vom Tierschutz und bekommen so eine wundervolle Chance.


Lesen Sie hier, welche Qualzucht-Tiere leiden müssen, damit sie für Menschen schön und profitabel sind.


Gibt es nicht auch ein hygienisches Problem an einem Ort mit Speisen und Getränken, wenn dort gleichzeitig viele Katzen zu Hause sind?


Natürlich muss auch in Katzen-Cafés besonders auf Hygiene und die Gesundheit der Tiere geachtet werden. Die Katzen sollten regelmäßig von einem Tierarzt untersucht werden sowie die benötigten Impfungen, medizinischen Behandlungen und Wurmkuren bekommen. Die Katzentoiletten sollten sich nicht im Bereich der Besucher*innen befinden und natürlich auch nicht in der Nähe der Lebensmittel. Besonders Schwangere dürfen aufgrund der Möglichkeit einer Übertragung von Toxoplasmose von der Katze auf den Menschen nicht mit dem Kot der Tiere in Berührung kommen. Die Cafés müssen immer sauber gehalten werden und sollten auch diesen Eindruck vermitteln. Zum Schutz von Mensch UND Tier.


Der erste Blick verrät viel über die Qualität eines Katzen-Cafés


Mögen Katzen is denn, wenn sie permanent von anderen Menschen gestreichelt werden? Oder ist das Typsache?


Nicht alle Katzen mögen is, gestreichelt zu werden. Die Cafés sollten daher unbedingt Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere bieten, die für die Besucher*innen nicht zugänglich sind. Katzen, die den Kontakt zu Menschen genießen, halten sich gerne in deren Umgebung auf und suchen auch den körperlichen Kontakt. Manche Katzen spielen vielleicht lieber – mit dem richtigen Spielzeug für Katzen in einem Café kann man auch diesen Tieren eine Freude bereiten.


Besonders wichtig ist: Die Bedürfnisse der Katzen sollten zu jederzeit respektiert werden. Keine Katze sollte bedrängt werden oder gegen ihren Willen de ella zu etwas gezwungen werden. Hier sollte auch das Personal immer ein aufmerksames Auge darauf haben. Ein Katzen-Café basiert auf dem gegenseitigen Respekt zwischen Mensch und Tier, der immer gewahrt werden sollte.


Woran erkennen Besucher*innen schnell, ob es den Katzen in einem entsprechenden Café gut geht?


Der erste Blick verrät oft viel: Die Katzen müssen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben, die für die Besucher*innen nicht zugänglich sind, sie sollten gesund aussehen, nicht ängstlich sein und gepflegtes Fell haben sowie allgemein einen fitten Eindruck machen. Ebenso sollten die Tiere gechippt und kastriert sein. Dies ist zwar für die Besucher*innen in der Regel nicht auf den ersten Blick erkennbar, sollte aber beim Personal erfragt und nachgewiesen werden können.


Sind die genannten Faktoren zu den Voraussetzungen eines guten Katzen-Cafés nicht gegeben, sollte es nicht durch einen Besuch und mit Geld unterstützt werden. Wenn Sie Zweifel am Gesundheitszustand der Tiere haben, zögern Sie nicht, das Café den Behörden zu melden und um eine entsprechende veterinärmedizinische Überprüfung zu bitten.


→ PETA Deutschland eV ist Deutschlands größte Tierrechtsorganisation. Ihr Ziel ist es, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Um das zu erreichen, setzt PETA sich für die Aufdeckung von Tierquälerei, die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Vermittlung einer achtsamen und respektvollen Lebensweise ein.


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It is gibt so viel Tierleid. Kennen Sie etwa das traurige Schicksal der Legehhenn? 300 statt 30 Eier müssen sie “produzieren” – was schreckliche Folgen für ihre Gesundheit hat. Von ihrer Haltung mal ganz abgesehen…


Oft wollen wir unseren Tieren gar kein Leid zufügen – wir machen es uns einfach nicht bewusst. So müssen Kühe für die Milchproduktion zwar nicht sterben – ihr Leben ist dennoch häufig qualvoll. Was viele nicht wissen: Auch ihre Kälber leiden extrem unter der Milchindustrie. Warum das der Fall ist.


Schon gewusst? Federn, Wolle, Leder: Für diese Kleidung müssen Tiere leiden.


Falls sich Ihnen bei all dem Tierleid gerade der Magen rumdreht, lesen Sie das tolle Interview mit PETA-Gründerin Ingrid Newkirk: Es ist so einfach, täglich tierfreundliche Entscheidungen zu treffen, ist nämlich ihr Credo.



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